Die Hochwasserschutzarbeiten im Bereich Gaswerkareal/Marzili werden am 22. Mai 2026 plangemäss abgeschlossen. Gleichzeitig werden das Schwimm- und Bootsfahrverbot sowie die Sperrung des Uferwegs zwischen Schönausteg und Dalmazibrücke aufgehoben.
Es kam zu keinen nennenswerten Zwischenfällen oder Unfällen – weder im Wasser noch an Land. Auch das Nebeneinander mit dem im Gebiet aktiven Biber funktionierte nach einer gegenseitigen Angewöhnungszeit gut.
Das während der Bauarbeiten geltende Schwimm- und Bootsfahrverbot wird am Freitag, 22. Mai 2026, aufgehoben. Damit kann die Aare in Bern ab Pfingstsamstag wieder uneingeschränkt genutzt werden. Auch der Uferweg zwischen Eichholz und Dalmazibrücke ist ab diesem Zeitpunkt wieder durchgehend begehbar.
Die wohl markanteste Veränderung des ersten Bauabschnitts ist beim Gaswerkareal sichtbar. Dort wurde die Aare auf einer Länge von rund 200 Metern aufgeweitet. Die bisher geradlinige Uferböschung wurde abgeflacht. Entstanden ist eine rund 2000 Quadratmeter grosse Flachwasserzone mit fünf Inseln. Das neu gestaltete Ufergebiet bietet wertvollen Lebensraum für Jungfische und wirbellose Tiere. Noch während des Baus wurden hier bereits Äschen- und Forellenlarven beobachtet. Das neue Ufergebiet soll sich möglichst ungestört entwickeln können und bleibt der Natur vorbehalten. Es ist weder Picknick- noch Badezone und auch nicht als Spielbereich gedacht.
Die direkt angrenzende Landfläche wurde umfassend bepflanzt: mit rund 100 kleinen Bäumen und Sträuchern, neun grossen Bäumen, 1000 Weidensteckhölzern sowie 400 kleinen wurzelnackten Gehölzen, also Setzlingen ohne Erdballen. In den kommenden zwei Jahren soll sich die Natur das Gebiet schrittweise aneignen. Fachleute begleiten diese Entwicklung, kontrollieren das Anwachsen der neuen Bäume und greifen bei Bedarf ein, etwa wenn invasive Neophyten entfernt werden müssen.
Bei Hochwasser wird dieses naturnahe Gebiet überflutet. Die dahinterliegenden Wohngebiete werden auf einer Länge von rund 350 Metern durch neue Erddämme geschützt, die einem 100-jährlichen Hochwasser standhalten. Die Dämme sollten nicht betreten oder bestiegen werden. Ihre Begrünung ist noch jung und muss anwachsen. Zudem können wilde Trampelpfade den technischen Aufbau der Dämme beschädigen.
Entlang des Uferwegs im Freibad Marzili wurde eine neue Schutz- und Sitzmauer erstellt. Durch ihre Ausgestaltung als Sitzgelegenheit, die Kombination mit Liegepritschen sowie die Anpassung des angrenzenden Geländes fügt sie sich organisch in das Bad ein und wird zu einem integrierten Bestandteil der Anlage. Parallel zu den Sanierungsarbeiten des Bads in den kommenden Bauphasen werden auch die verbleibenden Abschnitte des Areals mit einer Schutzmauer versehen – entlang der Dampfzentrale und des «Spitz» bis zur künftigen Bootsanlegestelle.
Im Rahmen der Sanierung und Sicherung der Aareufer zwischen Eichholz und Freibad Marzili wurden insgesamt rund 13'000 Tonnen Blocksteine zu einem sogenannten Blocksatz verbaut. Dieser schützt das Ufer für die kommenden 100 Jahre vor Seitenerosion. Bäume, die für die Arbeiten entfernet werden mussten, wurden an denselben Standorten durch Neupflanzungen ersetzt. Gleichzeitig mit der Ufersanierung wurden die Ein- und Ausstiegsstellen, wo nötig, erneuert. Ihre Anzahl bleibt nahezu unverändert. Einzig die bisherige Ein- und Ausstiegsstelle im Bereich der Aareaufweitung beim Gaswerkareal wurde aufgehoben.