Zusammengefasst: Hochwasserschutz Gaswerkareal / Marzili

Zwischen September 2025 und Mai 2026 wurden die Hochwasserschutzmassnahmen im Marzili und beim Gaswerkareal umgesetzt. Entlang des Freibads Marzili entstand eine neue erhöhte Schutz- und Sitzmauer, beim Gaswerkareal wurde die Aare verbreitert und das rückliegende Gelände mit Erddämmen erhöht. Dies trägt nicht nur zur Sicherheit angrenzender Quartiere bei, sondern schafft auch neue Lebensräume für Tiere und attraktive Erholungsräume für die Bevölkerung.

Verbreiterung der Aare beim Gaswerkareal

Die wohl markanteste Veränderung des Bauabschnitts ist beim Gaswerkareal sichtbar. Dort wurde die Aare auf einer Länge von rund 200 Metern aufgeweitet. Die bisher geradlinige Uferböschung wurde abgeflacht. Entstanden ist eine rund 2000 Quadratmeter grosse Flachwasserzone mit fünf Inseln. Das neu gestaltete Ufergebiet bietet wertvollen Lebensraum für Jungfische und wirbellose Tiere. Noch während des Baus wurden hier bereits Äschen- und Forellenlarven beobachtet. Das neue Ufergebiet soll sich möglichst ungestört entwickeln können und bleibt der Natur vorbehalten. Es ist weder Picknick- noch Badezone und auch nicht als Spielbereich gedacht.

Die direkt angrenzende Landfläche wurde umfassend bepflanzt: mit rund 100 kleinen Bäumen und Sträuchern, neun grossen Bäumen, 1000 Weidensteckhölzern sowie 400 kleinen wurzelnackten Gehölzen, also Setzlingen ohne Erdballen. In den kommenden zwei Jahren soll sich die Natur das Gebiet schrittweise aneignen. Fachleute begleiten diese Entwicklung, kontrollieren das Anwachsen der neuen Bäume und greifen bei Bedarf ein, etwa wenn invasive Neophyten entfernt werden müssen.

Bei Hochwasser wird dieses naturnahe Gebiet überflutet. Die dahinterliegenden Wohngebiete werden auf einer Länge von rund 350 Metern durch neue Erddämme geschützt, die einem 100-jährlichen Hochwasser standhalten.

Die neue Flachwasserzone bietet wertvollen Lebensraum für Jungfische und wirbellose Tiere.
Die Aare wurde auf einer Länge von 200 Metern aufgeweitet.
Die neue Flachwasserzone ist weder Picknick- noch Badezone und auch nicht als Spielbereich gedacht.

Ufersanierung zwischen Eichholz und Schönausteg

Im Rahmen der Sanierung und Sicherung der Aareufer zwischen Eichholz und Freibad Marzili wurden insgesamt rund 13'000 Tonnen Blocksteine zu einem sogenannten Blocksatz verbaut. Dieser schützt das Ufer für die kommenden 100 Jahre vor Seitenerosion. Gleichzeitig mit der Ufersanierung wurden die Ein- und Ausstiegsstellen, wo nötig, erneuert. Ihre Anzahl bleibt nahezu unverändert. Einzig die bisherige Ein- und Ausstiegsstelle im Bereich der Aareaufweitung beim Gaswerkareal wurde aufgehoben.

Der neue Blocksatz zwischen Eichholz und Freibad Marzili schützt das Ufer für die kommenden 100 Jahre vor Seitenerosion.

Sitzmauer und Drainage beim Marzilibad

Entlang des Uferwegs im Freibad Marzili wurde eine neue Schutz- und Sitzmauer erstellt. Durch ihre Ausgestaltung als Sitzgelegenheit, die Kombination mit Liegepritschen sowie die Anpassung des angrenzenden Geländes fügt sie sich organisch in das Bad ein und wird zu einem integrierten Bestandteil der Anlage. Parallel zu den Sanierungsarbeiten des Bads in den kommenden Bauphasen werden auch die verbleibenden Abschnitte des Areals mit einer Schutzmauer versehen – entlang der Dampfzentrale und des «Spitz» bis zur künftigen Bootsanlegestelle

Die Schutzmauer im April 2026. Einmal fertiggestellt, wird sie sich dank Geländeanpassungen harmonisch in die Anlage des Freibads Marzili einfügen.

Druckerhöhung im Sulgenbach

Unterhalb der Monbijoubrücke fliesst neben der Dampfzentrale der Sulgenbach durch einen unterirdischen Kanal in die Aare. Damit das Wasser des Bachs auch bei Hochwasser in die Aare geleitet werden kann, muss im Kanal ein Druck erzeugt werden, der höher ist als jener in der Aare. Dazu sind Abdichtungen an den Schächten und Anpassungen an den Belüftungs- und Entlüftungsbauwerken sowie am Einleitbauwerk selbst nötig.

Flaschenpost

Aktuelles von der Baustelle

18. Mai 2026

Arbeiten beim Gaswerkareal abgeschlossen

Die Hochwasserschutzarbeiten im Bereich Gaswerkareal/Marzili werden am 22. Mai 2026 plangemäss abgeschlossen. Gleichzeitig werden das Schwimm- und Bootsfahrverbot sowie die Sperrung des Uferwegs zwischen Schönausteg und Dalmazibrücke aufgehoben.
10. April 2026

Schwimm- und Bootsfahrverbot wird an Pfingsten aufgehoben

Das Schwimm- und Bootsfahrverbot zwischen Eichholz und Dalmazibrücke gilt noch bis Freitag, 22. Mai 2026.
18. Dezember 2025

Asphaltbelag für den Aareweg beschlossen

Der Entscheid zugunsten von Asphalt auf dem Aareweg zwischen dem Gaswerkareal und Schönau ist gefallen.
13. November 2025

Baumfällungen zum Schutz wertvoller Grossbäume

Entlang des Marzilibads müssen drei Uferbäume gefällt werden, um zwei grossstämmige Bäume im Freibad zu schützen.
22. September 2025

Schwimm- und Bootsfahrverbot vom Eichholz bis zur Dalmazibrücke

Um Unfälle zu vermeiden, gilt bis voraussichtlich Ende Mai 2026, ein Schwimm- und Bootsfahrverbot auf der Aare. Betroffen ist der Abschnitt ab dem Eichholz bis zur Dalmazibrücke.
Belagswahl Uferweg: Mergel oder Asphalt
Belagswahl Uferweg: Mergel oder Asphalt
26. August 2025

Belagswahl beim Uferweg: Entscheid noch offen

Für den neuen Aareweg zwischen dem Gaswerkareal und Schönau – ein rund 350 Meter langes Teilstück – haben wir die Bevölkerung gefragt: Asphalt oder Mergel?

Drittprojekte Weitere Bauprojekte im Quartier

Parallel zu den Hochwasserschutzarbeiten werden im Quartier weitere Bauprojekte umgesetzt. Um Synergien zu nutzen und die Bauzeit möglichst effizient zu gestalten, werden die Arbeiten koordiniert.

Visualisierung der Gesamtsanierung Freibad Marzili

Gesamtsanierung Freibad Marzili

Das Sanierungs- und Erneuerungsprojekt umfasst unter anderem den Neubau des Hauptgebäudes, die Sanierung der Umkleidekabinen und der Wasserbecken sowie den Ersatz der Badewassertechnik. Eine neue Bootanlegestelle und die Erstellung des «Löifuwegs» sorgen für ein neues Erscheinungsbild des Freibads. Das Bauprojekt umfasst vier Etappen, die über einen Zeitraum von vier Jahren ab 2025 bis voraussichtlich 2029 jeweils – soweit möglich – ausserhalb der Badesaison ausgeführt werden.

Symbolbild für Werkleitungssanierung

Werkleitungssanierung Aar- und Marzilistrasse

Energie Wasser Bern nutzt die Sanierung des Freibads Marzili, um Werkleitungen und öffentliche Beleuchtung entlang der Aar- und Marzilistrasse zu erneuern. Dabei werden u. a. die Wasserleitung zur Dampfzentrale ersetzt, neue Elektrotrassen südlich und westlich des Bads erstellt sowie zwei Trafostationen leicht versetzt neu gebaut. Netzanschlussleitungen werden saniert oder zurückgebaut. Die erste Bauetappe – von der Dalmazibrücke bis zum Marzili-Beck – wird zwischen Oktober 2025 und Mai 2026 realisiert. Die Aar- und Marzilistrasse bleiben befahrbar.

Kiesentnahme Schwellenmätteli

Zwischen Mitte September und Anfang Dezember 2025 hat der Kanton im Schwellenmätteli rund 35'000 Kubikmeter Kies aus der Aare entnommen. Dank dieser Massnahme kann das Wasser besser abfliessen, und die umliegenden Quartiere sind wirksamer vor Hochwasser geschützt. Ein Drittel des gewonnenen Materials wurde für die Baupiste beim Gaswerkareal verwendet, die für das Projekt Hochwasserschutz Aare Bern benötigt wird.

Biber Beni erklärts

Gute Neuigkeiten für alle Wasserratten: Das Schwimm- und Bootsfahrverbot zwischen Eichholz und Dalmazibrücke wird ab Pfingstsamstag, 23. Mai 2026, aufgehoben.